Todgesagte leben länger

Todgesagte leben länger

Von Pfarrer Armin Nagel am 2. April 2021

Gedanke

Totgesagte leben länger. Diesen Satz verwende ich gerne, wenn ganz plötzlich und unerwartet etwas geschieht, was ich so kaum noch für möglich gehalten hätte. Eine Schlagersängerin, von der ich sehen lange nichts mehr gehört habe, landet wieder ein Hit. Ein ehemaliger Erfolgsautor, der von der Bildfläche verschwunden und schon abgeschrieben war, liefert wieder einen Bestseller ab. Wie aus dem Nichts sind sie mit einem Mal wieder da, so als wären sie nie weg gewesen. Totgesagte leben länger. Immer wieder erlebe ich, dass dieser Satz doch irgendwie zu stimmen scheint.

Spätestens seit dem Karfreitag hatten viele auch Jesus abgeschrieben. Nach seinem Tod am Kreuz hatten selbst seine engsten Freunde alle Hoffnungen begraben. Doch kurz darauf erzählen plötzlich einige von ihnen: Der totgesagte Jesus lebt. Er ist wirklich auferstanden. Wir sind ihm begegnet. Seit zweitausend Jahren macht diese Botschaft die Runde. Sie hat sich wie ein Lauffeuer überall hin verbreitet. Diese schier unglaubliche Botschaft ist die Mitte des christlichen Glaubens. Diesen Glauben an Jesu Auferstehung verkündet und feiert die Kirche an Ostern: Der von vielen Totgesagte und längst Abgeschriebene lebt. Seit zweitausend Jahren ist diese Botschaft nicht mehr totzukriegen.

Bibelstelle (Apg 10,34.37-43)

Da begann Petrus zu reden und sagte: Ihr wisst, was im ganzen Land der Juden geschehen ist, angefangen in Galiläa, nach der Taufe, die Johannes verkündet hat: wie Gott Jesus von Nazaret gesalbt hat mit dem Heiligen Geist und mit Kraft, wie dieser umherzog, Gutes tat und alle heilte, die in der Gewalt des Teufels waren; denn Gott war mit ihm. Und wir sind Zeugen für alles, was er im Land der Juden und in Jerusalem getan hat. Ihn haben sie an den Pfahl gehängt und getötet. Gott aber hat ihn am dritten Tag auferweckt und hat ihn erscheinen lassen, zwar nicht dem ganzen Volk, wohl aber den von Gott vorherbestimmten Zeugen: uns, die wir mit ihm nach seiner Auferstehung von den Toten gegessen und getrunken haben. Und er hat uns geboten, dem Volk zu verkünden und zu bezeugen: Dieser ist der von Gott eingesetzte Richter der Lebenden und der Toten. Von ihm bezeugen alle Propheten, dass jeder, der an ihn glaubt, durch seinen Namen die Vergebung der Sünden empfängt.

Gebet

Guter Gott, seit Ostern wissen wir: Der Tod hat nicht das letzte Wort. Die Botschaft von der Auferstehung ist seit diesem Morgen in aller Munde und hat seitdem nicht mehr haltgemacht. Jesus lebt! Was die Zeugen des Ostermorgens mit dem Auferstandenen erlebt haben, ist nicht mehr totzukriegen. Wir wollen uns daran erinnern, dass diese Botschaft die Mitte unseres Glaubens ist. Lass uns auf dich vertrauen, als einen Gott, dem nichts unmöglich ist und der immer und überall dem Leben zum Sieg verhilft. So bitten wir dich durch Jesus Christus, unseren Bruder und unseren Herrn in Ewigkeit.

Amen.  

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