Karwoche

Klagewoche in den Bodanrückgemeinden

Von Pfarrer Armin Nagel am 26. März 2021

Klagen ist, wenn man Trauer, Enttäuschung und Frustration herauslässt und ausdrückt. „HERR, wie lange wirst du mich noch vergessen, wie lange hältst du dich vor mir verborgen? Wie lange noch sollen Sorgen mich quälen, wie lange soll der Kummer Tag für Tag an mir nagen? Wie lange noch wird mein Feind über mir stehen?“ (Psalm 13,1-3)

Diese Klagen erinnern uns an Jesus am Kreuz: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Jesus ist verzweifelt. Auch wir sind im Leben manchmal verzweifelt, hilflos und wollen klagen. Aber wohin mit meiner Klage? Ist es heute überhaupt noch gewollt zu klagen? „Think positiv“ ist ein Spruch, der ganz verbreitet ist. Also darf ich nicht klagen?

Klagen kann uns helfen loszulassen, neu zu beginnen und etwas hinter uns zu lassen.

In diesem Jahr bieten wir in den Bodanrückgemeinden an, die eigenen Klagen, die Trauer und Wut zum Kreuz zu tragen. In den einzelnen Pfarreien wird in der Karwoche jeweils an zwei Tagen ein Kreuz stehen. An dieses Kreuz können die Klagen geschrieben werden. Wer möchte, darf auch eine Blume mitbringen.

Das große Holzkreuz ist an folgenden Tagen vor Ort:

Sonntag und Montag (28./29.03.): auf dem Dorfplatz in Dingelsdorf
Dienstag und Mittwoch (30./31.03.): vor der Kirche in Dettingen
Donnerstag und Freitag (01./02.04.): am Pfarrhaus in Litzelstetten

Am Sonntagmorgen in der Auferstehungsfeier um 05:30 Uhr in Dingelsdorf werden dann die Klagen im Osterfeuer verbrannt. Danach wird das Kreuz nach Litzelstetten zum Ostergottesdienst gebracht.

Kommt mit euren Klagen zum Kreuz:
mit euren Fragen, Zweifeln,
euren Sorgen um den Frieden,
mit eurer Angst vor der Zukunft,
mit der Mühe des Alltags,
den schweren Gedanken,
der Trauer im Herzen.

Kommt mit euren Klagen zum Kreuz. Er, der am Kreuz starb, durchkreuzt die Angst.
Er ist Trost.
An dieses Kreuz dürft ihr euch halten.
Kommt mit euren Klagen zum Kreuz.