Entweder – Oder

Entweder – Oder

Von Pfarrer Armin Nagel am 14. März 2021

Impuls für die 4. Fastenwoche

Gedanke
„Entweder – oder, entscheide dich! Beides geht nicht!“ Diesen Satz meiner Eltern habe ich noch gut im Ohr. Oft musste ich ihn als Kind hören. Mich zu entscheiden, fiel mir schwer. Ich erinnere mich, wie ich vor dem Schaufenster eines Spielzeuggeschäftes an der Hand meiner Eltern zog, sie nervte und bettelte. Wenn sie sich dann erweichen ließen und das Geschäft mit mir betraten, war ich selig. Bei der Fülle des Angebotes wusste ich oft gar nicht, wo ich zuerst hinschauen sollte. Zu viele Dinge waren begehrenswert. Erst wollte ich dieses, bald jenes. Ich konnte mich nicht entschließen. Dann hörte ich diesen eindringlichen Satz meiner Eltern; „Entweder – oder, entscheide dich! Beides geht nicht!“

Heute als Erwachsener werde ich täglich mit Entscheidungen konfrontiert. Das eine tun, das andere lassen. Gerne lasse ich mir aber auch Türen offen. Ich zögere es hinaus, mich zu entschließen. „Entscheide dich“, sagt auch Jesus zu mir. Und mir fallen dabei seine eindringlichen Worte ein. Er spricht sie zu denen, die sich durchaus auf ihn einlassen würden, aber doch unentschlossen und zögerlich sind, die gerne beide Wege wählen würden, weil sie alles haben woIlen und sich Türen bis zuletzt offenhalten möchten. Treffend und feinsinnig hat es ein Theologe einmal so ausgedrückt: „Du kannst Ja oder Nein sagen zu Gott, flirten mit ihm kannst du nicht.“

 

 Bibelstelle (Mt 6,19-24)
 In jener Zeit sagte Jesus zu seinen Jüngern: Sammelt euch nicht Schätze hier auf der Erde, wo Motte und Wurm sie zerstören und wo Diebe einbrechen und sie stehlen, sondern sammelt euch Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Wurm sie zerstören und keine Diebe einbrechen und sie stehlen! Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz. Die Leuchte des Leibes ist das Auge. Wenn dein Auge gesund ist, dann wird dein ganzer Leib hell sein. Wenn aber dein Auge krank ist, dann wird dein ganzer Leib finster sein. Wenn nun das Licht in dir Finsternis ist, wie groß muss dann die Finsternis sein! Niemand kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.

 

Gebet
Barmherziger Gott, immer wieder lädst du uns ein, deine Gegenwart zu suchen und auch zu finden. Vor allem in der Feier der Eucharistie schenkst du uns Zeichen deiner besonderen Nähe, weil du uns als deine Gäste willkommen heißen willst. Wenn wir uns auch oft viel Zeit lassen, so woIlen wir deinen Ruf nicht unbeantwortet lassen oder gar ganz überhören, sondern uns deiner Wertschätzurig für uns Menschen würdig erweisen und mit unserem Leben darauf Antwort geben. So bitten wir dich durch Jesus Christus, unseren Bruder und unseren Herrn in Ewigkeit.

Amen.