Den Tag heiligen!

Tagzeitenliturgie im Advent und darüber hinaus

Von Redaktion am 8. Dezember 2020

„Singt dem Herrn ein neues Lied, singt dem Herrn, alle Lande, singt dem Herrn, preist seinen Namen! Verkündet sein Heil von Tag zu Tag!“, heißt es in Psalm 96. „Betet ohne Unterlass!“, ruft der Apostel Paulus seine Gemeinde auf (1Thess 5,17).

Die Christen der ersten Jahrhunderte folgten diesem Aufruf und versammelten sich zum täglichen Gebet (vgl. Apg 2,46), vor allem am Morgen und Abend, aber auch zu anderen festen Zeiten. Dieses Lobgebet war den frühen Christen neben der sonntäglichen Eucharistiefeier Quelle und Nahrung für ihr spirituelles Leben.

Aus diesem gemeinschaftlichen Gebet entwickelte sich das Stundengebet (Tagzeitenliturgie), das in Klöstern und geistlichen Gemeinschaften regelmäßig gemeinsam gefeiert wird und zu dem Priester, Diakone und Ordensleute verpflichtet sind. Darüber hinaus lädt die Kirche alle Getauften ein, sich diesem Gebet anzuschließen und – wo immer es möglich ist – die einzelnen Gebetszeiten (Horen) in Gemeinschaft zu feiern. Psalmen, Hymnen und Schriftlesungen sind Grundbausteine der Tagzeitenliturgie. Das Morgengebet (Laudes) und das Abendgebet (Vesper) bilden die Angelpunkte des Tages. Die Komplet ist das Nachtgebet, das seinen Platz unmittelbar vor der Nachtruhe hat. Ziel des Stundengebetes ist die „Heiligung des Tages”. Am Morgen tut es gut, sich für die vielfältigen Aufgaben und Begegnungen des Tages zu öffnen und Gott um seinen Beistand zu bitten. Am Abend dürfen wir den zu Ende gehenden Tag und alles, was wir erlebt haben, zurück in Gottes Hände legen. Die jeweiligen Gebetszeiten sind recht kurz und dauern etwa eine Viertelstunde. Dennoch sind sie kostbare und intensive Zeiten, in denen das eigene Leben vor Gott gebracht werden kann und auch die Sorgen und Anliegen anderer ihren Platz finden.

Tagzeitenliturgie ist nicht ein Ersatz für eine fehlende Eucharistiefeier, wohl aber eine gute Möglichkeit, eine feierliche Liturgie zu gestalten, auch wenn kein Priester der Feier vorsteht. Grundsätzlich ist sie eine eigene Liturgie, von der Gemeinde getragen. Wir brauchen heute die Beter mehr denn je. So wichtig der äußere Rahmen und die Aktivitäten unserer Kirchengemeinde sind, so wichtig ist auch der „innere Rahmen“. Äußere Strukturen können hilfreich sein; damit eine Gemeinde aber wächst im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe, braucht es „innere Strukturen“, die durch Gebet und Nächstenliebe Gestalt annehmen. 

In den Konstanzer Bodanrückgemeinden gibt es schon seit gut zwei Jahren eine Gruppe, die sich in der Dingelsdorfer Kirche einmal pro Woche zum Morgenlob und zur Komplet trifft. Im Advent – und falls dieses Angebot auf Resonanz stößt auch darüber hinaus – soll es nun auch in Litzelstetten einen festen Termin für das Stundengebet geben.

 

Das gemeinschaftliche Gebet findet an folgenden Tagen statt:

Mittwochs um 06:30 Uhr: Morgengebet (Laudes) in St. Nikolaus (Dingelsdorf)

Donnerstags um 22:00 Uhr: Nachtgebet (Komplet) in St. Nikolaus (Dingelsdorf)

Freitags um 08:30 Uhr: Morgengebet (Laudes) in St. Peter und Paul (Litzelstetten)

 

Schauen Sie doch mal vorbei. Wir freuen uns darauf, zumindest an einigen Tagen in der Woche in Gemeinschaft beten könnten. Herzliche Einladung!