Ökumenischer Gottesdienst

Ökumenischer Gottesdienst

Von Pfarrer Armin Nagel am 7. August 2019

Am Sonntag, 14. Juli 2019, haben die evangelischen Kirchengemeinden Dettingen-Wallhausen und Konstanz-Litzelstetten gemeinsam mit der katholischen Kirchengemeinde Konstanzer Bodanrückgemeinden eine ökumenische Partnerschaftsvereinbarung unterzeichnet.

In einem Gottesdienst unter dem Motto “Dass alle eins seien” feierten über hundert Christen beider Konfessionen in der Dingelsdorfer Kirche ihre Zusammengehörigkeit und bekräftigten den Willen, zukünftig in allen Ortsteilen Dettingen, Wallhausen, Dingelsdorf, Litzelstetten und auf der Insel Mainau die gemeinsame gute Arbeit fortzusetzen und in vielen Punkten noch intensiver zusammenzuarbeiten. In der Eröffnung sprachen die beiden Pfarrer Dr. Christof Ellsiepen von der evangelischen Gemeinde und Armin Nagel von der katholischen Gemeinde davon, dass der eigentliche Skandal sei, dass es bis heute immer noch zwei Kirchen gebe und man zwar nicht mehr gegeneinander aber doch vielerorts nebeneinander her lebe. Umso schöner sei der Aufbruch in den letzten Jahren, sich nicht nur gegenseitig besser zu informieren, sondern alle Gruppen und Kreise, alle Angebote der einen Konfession zu öffnen für die andere, und viele Gottesdienste und Veranstaltungen auch gemeinsam zu tragen und zu gestalten. Auf diese Weise könne man aus der Konkurrenz gehen und dem Geist Gottes mehr Raum geben, Gemeinschaft untereinander zu leben und nach innen in die Kirche und nach außen in die Gesellschaft auszustrahlen.  Im Gottesdienst wurden wie bei einer Demonstration Schilder präsentiert: “Gemeinsam beten”, “Ringen um die Wahrheit”, “Profil zeigen”, “Gemeinschaft leben”, “Für andere da sein”, “Wahrnehmen – Annehmen – Miteinander gehen”. 

Unterzeichnet wurde die Vereinbarung von den beiden Pfarrern (Dr. Christof Ellsiepen und Armin Nagel), der evangelischen Diakonin Beate Granzin, dem katholischen Gemeindereferenten Thomas Langkau, der Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Regina Münch, den Kirchengemeinderatsvorsitzenden Christine Wengert und Marten Breuer, sowie von Dr. Gudrun Melsbach-Kiefer. Die Unterzeichnung ist das Ergebnis eines Annäherungsprozesses, den die Leitungsgremien in den letzten drei Jahren durch jährliche Treffen vorangebracht haben.

Aus der Eröffnungsansprache von Pfarrer Nagel und Pfarrer Dr. Ellsiepen:

„Vieles ist in den letzten Jahren an ökumenischer Zusammenarbeit hier auf dem Bodanrück gewachsen. Ökumene ist nicht etwas, was sich eine Kirchengemeinde auch noch so „nebenher“ leisten kann oder eben auch nicht. Ökumene gehört zum Kern dessen, worum es uns eigentlich gehen sollte. Es geht um die Einheit der christlichen Kirchen. Denn im Grunde genommen ist es doch ein Skandal, dass wir, die wir alle an Christus glauben, immer noch getrennt sind und sonntags normalerweise getrennt Gottesdienst feiern. Jesus selbst bittet im 17. Kapitel des Johannesevangeliums den Vater darum, dass seine Jüngerinnen und Jünger eins sein mögen: ‚Aber ich bitte nicht nur für diese hier [die um Jesus am Abend vor seinem Tod versammelten Jünger], sondern auch für alle, die durch ihr Wort an mich glauben. Alle sollen eins sein. Wie du, Vater in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt erkennt, dass du mich gesandt hast.‘ (Joh 17,20f). Älter kann ein christliches Gebet nicht sein und größere Autorität und Wichtigkeit kann es nicht haben, als wenn das Evangelium berichtet, dass Jesus selbst es gesprochen hat. Und so gab es seitdem immer Menschen, die seinem Beispiel folgten und mit ihm um die Einheit beteten und sich bemühten, diese Einheit zu bewahren oder sie wiederherzustellen. Mit der Unterzeichnung der ökumenischen Rahmenvereinbarung geben wir dem zwischen uns gewachsenen Miteinander einen verbindlichen Rahmen und verpflichten uns, dieses Miteinander auch weiterhin zu fördern und zu entwickeln. So suchen wir der Gemeinschaft in Zeugnis und Dienst gerecht zu werden zur Ehre Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“

Bilder: Elke Müller