Freudiger Empfang

11. Tag – Blog zur Kundschafterreise auf die Philippinen

Der Morgen begann wieder früh. Um 7.30 Uhr ging es nach Lemerey in die Pfarrei „Holy Child of Jesus“. Noch etwas geplättet von der feuchtschwülen Hitze und der kurzen Nacht stiegen wir aus dem Auto und erlebten gleich eine riesige Überraschung: Wir wurden empfangen von einer Gardegruppe und einem Spielmannszug von Kindern. Ihre Performance und die Musik erinnerten uns stark an die Darbietungen an Fastnacht bzw. am Karneval in Deutschland. Unsere Müdigkeit war schlagartig weg. Was für ein fröhlicher Empfang!

Majoretten Gruppe

Spielmannszug

Spielmannszug

Nach der beschwingenden Einstimmung ging es in die Pfarrkirche. Uns fiel sofort das Gerüst aus Bambusstangen auf, das vorne im Altarbereich aufgebaut war. Wir erfuhren, dass die Kirche noch im Aufbau ist, weil die alte durch den Taifun Yolanda 2014 zerstört wurde. Obwohl der Kirchenbau noch nicht fertig ist, werden bereits Gottesdienste darin gefeiert. So etwas wäre bei uns undenkbar. Undenkbar wäre es ebenso, junge Paare in einer Pfarrkirche in Deutschland in Sachen natürlicher Familienplanung bzw. natürlicher Empfängnisverhütung zu unterrichten. Wir haben das hier erlebt.

Die Neue, aber noch unfertige Kirche “Holy Child of Jesus”, Lemery

Begleitung von Brautpaaren in natürlicher Familienplanung

Nach dem Besuch der Kirche trafen wir uns in einem Gemeinderaum, um zu erfahren, wie das Konzept der BECs in dieser Pfarrei in die Praxis umgesetzt wird. Zusammenfassend nehmen wir mit, dass es wichtig ist, ganz an der Basis zu beginnen und zu fragen, welche Bedürfnisse des täglichen Lebens die Menschen vor Ort haben, wo schon Gemeinschaft gelebt wird und welche Antwort die Kirche darauf geben kann. So wurde zum Beispiel erkannt, dass die Menschen sich die einfachsten Grundnahrungsmittel nicht leisten konnten, weil diese zu teuer waren. Auf freiwilliger Basis haben Menschen aus der Pfarrei im zerstörten Kirchenraum einen Kaufladen („Community Mini-Market“) errichtet, in dem die Leute Lebensmittel zu günstigen Preisen einkaufen können. Dies ist nur ein Beispiel von vielen, die wir hier erlebt haben, wie die Kirche auf grundlegende Probleme der Menschen antwortet. Dadurch wird der Graben zwischen Glaube bzw. Kirche und dem Alltag der Menschen überwunden.

Was wir seit unserem Aufenthalt auf den Philippinen immer wieder wahrgenommen haben, ist die hohe Bedeutung der Familie. Am Nachmittag nahmen wir daher an einem Treffen mit Familien teil, einem sog. „Familienstärkungsprogramm“. Wieder stand dabei das Wort Gottes im Zentrum. Ausgehend vom Gleichnis vom Schatz im Acker wurde jeder gefragt, welches denn für ihn die wichtigste Perle ist und was er konkret tun kann, um diese Perle zu erhalten. Was wir immer wieder erleben und für die BECs zentral ist: Menschen erzählen einander von ihrem Leben und Glauben. Durch dieses Sich-Mitteilen entsteht eine enge Gemeinschaft, die für jeden einzelnen wichtig und tragend ist.     

Überall, wo wir hinkommen, werden wir aufs Herzlichste und mit philippinischem Lachen begrüßt und willkommen geheißen. Man fühlt sich als Fremder spätestens nach 5 Minuten in die Gemeinschaft aufgenommen. Wohin wir kommen, sorgen die BECs für unser leibliches Wohl. Auch das gemeinsame Essen und die „Geselligkeit“ tragen ganz wesentlich zum Aufbau der Gemeinschaft bei.

Zu unserer Freude werden die kommenden beiden Nächte sicherlich ruhiger als die bisherigen. Denn wir werden in einem Altersheim eines Schwesternkonvents unterkommen. Dort gibt es zum Glück keine Hähne, die sich nachts einen Gesangswettbewerb liefern, und das Haus ist nicht an einer vielbefahrenen Straße gelegen.

Weitere Eindrücke vom Tag

Sakristei der Kirche

Lebensmittelgeschäft in der alten, vom Taifun zerstörten Kirche.

Bibel im Zentrum auf dem Altar

Polizeischutz

Voller Erwartung…

Schule

Empfang und Begrüßung des Evangeliums durch einen jungen Familienvater

Bibelteilen und Austausch

Eine Familie unterwegs

Titelbild: Freudiger Empfang durch Majorettengruppe