LEVI Prozess

LEVI  und die Visitation unserer Kirchengemeinde

„Dieses Jahr wird der LEVI Prozess durchgeführt.“, „Möchtest du dich in der LEVI-Arbeitsgruppe mit einbringen?“ oder „Jetzt ist er fertig, der LEVI-Bericht“ oder „hoffentlich ist die ganze Arbeit nicht nur für die Schublade“. Das sind Aussagen, die dieses Jahr so oder so ähnlich mehrfach geäußert oder gehört worden sind. Doch was verbirgt sich hinter LEVI?

Das Erzbistum Freiburg hat zur Visitation und Gemeindeentwicklung, in Anlehnung an bereits bestehende Systeme zur Qualitätsentwicklung und -sicherung das Programm LEVI entwickelt. Es dient der besseren Orientierung der pastoralen Arbeit. LEVI ist die Abkürzung für Lernen, Entwickeln, Vereinbaren und Inspirieren. Der Name LEVI steht aber auch für den Zöllner Levi, den Jesus zur Nachfolge aufgefordert hat. Levi hatte so viel Vertrauen in ihn, dass er sein komplettes Leben umkrempelt, alles hinter sich lässt und mit Jesus in eine neue Zukunft aufbricht. (Lk 5,27-32).

Was bringt LEVI unserer Kirchengemeinde?

Die Vielfalt an Aktivitäten innerhalb unserer Pfarreien wird sichtbar. Die Erstellung des LEVI-Selbstbewertungsberichtes hilft, Stärken und Schwächen transparent zu machen. Diese Transparenz ist wichtig und Voraussetzung für notwendige Kurskorrekturen.

Die Kirchengemeinde braucht in regelmäßigen Abständen eine Standortbestimmung, um die weitere Route zu planen, am Ziel anzukommen und wieder neu aufbrechen zu können.

Der Kern des LEVI-Prozesses ist der Selbstbewertungsbericht. In diesem werden nach einer einheitlichen Form, dem PDCA-Zyklus, pastorale Bereiche beschrieben und analysiert:

PDCA – Zyklus

  • Was haben wir in der Kirchengemeinde für einen Plan in einem bestimmten Bereich? Was wollen wir damit bewirken? (PLAN)
  • Wie machen wir es im Moment? (DO)
  • Bewertung dessen, was wir tun im Licht der Planung. Wann, wie und nach welchen Gesichtspunkten vergewissern wir uns, ob und in welchem Maß wir unsere Ziele erreicht haben? (CHECK)
  • Was ist zu tun? Welche Konsequenzen ziehen wir aus den gewonnenen Erkenntnissen? (ACT)

Die Federführung zur Erstellung des Selbstbewertungsberichtes wurde vom Pfarrgemeinderat in die Hand eines sogenannten Selbstbewertungsteams (SBT) gelegt. Die Mitglieder sind Torsten Alberts, Matthias Ehret, Dr. Georg Hertkorn, Thomas Langkau, Regina Münch und Pfarrer Armin Nagel.  Neben der Bearbeitung zwingend vorgegebener Prozesse war es dem Seelsorgeteam sowie dem Pfarrgemeinderat von Anfang an klar, sich im Rahmen des Selbstbewertungsberichtes intensiv mit den pastoralen Kernprozessen zu beschäftigen. Um diese zu identifizieren, fand Mitte Oktober 2017 eine gemeinsame Auftaktveranstaltung statt. In diesem Treffen haben sich der Pfarrgemeinderat und die Gemeindeteams aller drei Pfarreien mit Unterstützung eines externen Moderators auf vier Pastorale Handlungsfelder geeinigt, die eine kritische Selbstreflexion im Selbstbewertungsbericht durchlaufen sollen. Es sind dies:

  • Liturgie
  • Kinder- und Familien
  • Jugendliche und junge Erwachsene und
  • Öffentlichkeitsarbeit

Jedes der Themen wurde von einer Arbeitsgruppe bearbeitet, so dass sich der Kreis der an LEVI Beteiligten erheblich erweiterte und auch Menschen mitarbeiteten, die sonst kaum in der aktiven Gemeindearbeit präsent sind.

Ein wesentlicher Bereich des Selbstbewertungsberichtes sind auch die Strukturdaten. In diesem Kapitel wurden alle kirchlichen Gruppen, Einzelverantwortliche und Kooperationspartner zusammengetragen. In eindrücklicher Weise wurde hier sichtbar, über welche Fülle und welchen Schatz an engagierten Gruppen und Personen unsere Kirchengemeinde verfügt. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle in unserer Kirchengemeinde engagierten Personen!

Von Anfang an war von Seiten des Seelsorgeteams sowie des Pfarrgemeinderats eine gewisse Skepsis gegenüber dem LEVI-Prozess vorhanden. Nach einer intensiven Einarbeitung und Schulung durch den Dekantsreferenten, Herrn Ralph Haas, wurde schnell deutlich, dass der LEVI-Prozess auch eine Chance ist, um wichtige Themen in unserer Kirchengemeinde weiterzuentwickeln.

LERNEN – ENTWICKELN – VEREINBAREN – INSPIRIEREN

LEVI ist ein Instrument, welches uns nicht vom Erzbistum vorgibt, welche Themen in unserer Kirchengemeinde wie angegangen werden müssen. LEVI fördert das Gespräch über realistische Ziele, begrenzte Ressourcen und die Frage der Leistbarkeit. Was ist den Menschen in unseren Pfarreien wichtig? Was brauchen sie, um heute hier und jetzt Christ sein zu können? In welche Aufgaben möchten sie ihre Kraft stecken und welche Möglichkeiten haben wir hier in unserer Kirchengemeinde?

Sämtliche Ergebnisse werden im Selbstbewertungsbericht zusammengefasst, welcher den Verantwortlichen des Dekanats Konstanz vor der Visitation zur Verfügung gestellt werden.

Abschluss und Höhepunkt des LEVI-Prozesses wird die Visitation vom 30.11. bis 01.12.2018 durch Herrn Dekan Dr. Mathias Trennert-Helwig zusammen mit Herrn Ralph Haas, dem Dekanatsreferenten, sein. Sie werden verschiedene Stationen in der Kirchengemeinde besuchen und die aus der Sicht des Dekanats wichtigsten Ergebnisse des Selbstbewertungsberichts mit den Gremien der Kirchengemeinde, sowie dem Seelsorge- und dem Selbstbewertungsteam besprechen. Dabei geht es darum, durch Nachfragen noch besser zu verstehen, was vor Ort geschieht und warum es geschieht, auch kritisch nachzufragen oder Bedenken zu äußern.

Zum Abschluss der Visitation, am Samstag, den 1. Dezember um 18:00 Uhr  kommt die gesamte Kirchengemeinde zusammen und feiert einen festlichen Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Verena in Dettingen. Hierzu, sowie zum gemeinsamen LEVI-Fest im Anschluss laden wir schon heute die ganze Gemeinde recht herzlich ein.

Die Erstellung des LEVI Berichtes hat viele zeitlich aufwendige Arbeitstreffen eingefordert, dennoch hat sich die Erstellung des Selbstbewertungsberichtes gelohnt. Es hat uns einen Weg eröffnet, vorhandene Strukturen dankbar anzunehmen und neue Wege zu beschreiben. Aufbrechen müssen wir nun, wie Levi, selber. Und wie Levi dürfen wir dabei auf Gott vertrauen und unseren Blick auf eine gute Zukunft richten.