Palmsonntag

21. Januar 2022

Mit Jesus durch den Alltag

Das junge Jahr ist bereits ein paar Wochen alt. Die Weihnachtsdekoration ist bei den meisten abgeräumt. Vom Stroh meiner Krippe hat sich ein letzter Halm unter die Couch geflüchtet – nach seinem Fund habe ich mir diesen Strohhalm in meine Handyhülle gelegt. Und zwar als Erinnerung! Warum?
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So lange das Leben rund läuft, so lange man auf der Sonnenseite des Lebens steht, neigen viele Menschen und auch ich selbst gelegentlich dazu, den lieben Gott einen guten Mann sein zu lassen.
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Wenn dann jedoch die Wogen des Lebens hochschlagen und man in den tosenden Wassern unterzugehen droht, hält man nach dem rettenden, von einem Ast hängenden sprichwörtlichen Strohhalm Ausschau, um sich dann mit dem ganzen Gewicht seines Lebens dranzuhängen. Dass das nicht gut gehen kann, liegt auf der Hand.
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Kurzum, ich habe das Gefühl, dass viele das Kind in der Krippe mit dem Stroh verwechseln, auf das es gebettet ist. Jesus – Immanuel – will uns durch unser Leben begleiten; durch dick und dünn! Es liegt an uns, ob wir ihn mitgehen lassen oder nicht. Wer gelernt hat, seine Wegbegleitung in den Sonnenstunden des Lebens zu entdecken – da, wo es uns gut geht, wir gesund und von Erfolg verwöhnt sind –, der wird auch darauf vertrauen, dass Jesus ihn begleitet, wenn die Wogen und Wellen überhand nehmen. Um mich selbst daran zu erinnern, nehme ich den Strohhalm in meinen Alltag mit! Das Evangelium, das an einem der ersten Sonntage des Jahres in den Gottesdiensten vorgelesen wird, endet mit dem Satz: „Jesus aber schritt mitten durch die Menge hindurch und ging weg!“
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Stellen Sie sich das einfach mal vor: Jesus geht weg, ist nicht mehr da – kein Gott, der sich um mich und mein Leben kümmert, kein Gott, der in das Leiden und die Enttäuschung eines jeden Menschen mit hineingeht, kein Gott, der mitleidet …? Wie gut, dass er mitgeht – durch dick und dünn!
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Ich wünsche Ihnen dieses feste Vertrauen!

Herzlichst Ihr Pfarrer 

1. November 2021

…einfach mal „nichts“ – innehalten

Auf einem T-shirt las ich: „offline ist the new luxury“. Mal nicht rund um die Uhr erreichbar, mal nicht ständig Mails, whatsapp und instagram-feeds checken, sondern sich den Luxus gönnen offline zu sein.

Ich meine, dass der November ein solcher „offline-Monat“ ist. Die großen Feste sind vorüber, der Advent hat noch nicht begonnen. Für mich gleicht dieser dunkle Monat einem gewissen Vakuum des „Dazwischenseins“, in dem einfach mal nichts stattfinden muss. Es ist eine Zeit des Innehaltens.

Lothar Zenetti bringt es mit seinem Winterpsalm sehr passend ins Wort:
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Es ist jetzt nicht die Zeit, um zu ernten.
Es ist jetzt auch nicht die Zeit, um zu säen.
An uns ist es, in winterlicher Zeit
uns eng um das Feuer zu scharen
und den gefrorenen Acker in Treue geduldig zu hüten.

Andere vor uns haben gesät. Andere nach uns werden ernten.
An uns ist es, in Kälte und Dunkelheit
beieinander zu bleiben und während es schneit,
unentwegt wachzuhalten die Hoffnung.
Das ist es.
Das ist uns aufgegeben
in winterlicher Zeit.

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Lassen wir dieses Vakuum des „nichts“ in diesen dunklen Tagen zu, damit uns aus der Mitte der Nacht das Licht des neuen Tages von Freude und Hoffnung aufgehen kann.

Gerne gebe ich Ihnen den schönen Text aus der Feder der heiligen Theresa von Avila mit auf den Weg durch diesen Monat – er beschreibt jenes „nichts“, das „nada“ der mystischen Erfahrung, die den Nährboden zur Gottesbegegnung bereitet:
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Nada te turbe
Nichts soll dich ängstigen,

nada te espante.
nichts dich erschrecken.

Quien a Dios tiene,
Wer Gott besitzt,

nada le falta.
dem kann nichts fehlen.

Sólo Dios basta.
Gott allein genügt.
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Herzlichst Ihr Pfarrer 

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