Palmsonntag

2. November 2022

Visionstag

„Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen“. Dieses Zitat stammt von Altbundeskanzler Helmut Schmidt.  Ich weiß nicht, in welchem Kontext er das gesagt hat, aber ich halte diesen Satz für falsch. Bereits im Alten Testament heißt es im Buch der Sprichwörter: „Ohne Vision geht das Volk zugrunde“ (Spr 29,18). Und Helen Keller, eine blinde politische Aktivistin, Dozentin und Schriftstellerin wurde einmal gefragt: “Was ist schlimmer als blind zu sein?” Und sie antwortete: “Sehen zu können, ohne eine Vision zu haben.”

Vor genau vier Jahren war ich zusammen mit Regina Münch, der Vorsitzenden des Pfarrgemeinderats und Stefan Weinschenk (Gemeindeteam St. Verena) bei einer Kundschafterreise auf den Philippinen. Dort wurde uns die enorme Wichtigkeit einer gemeinsam geteilten Vision als Grundlage allen pastoralen Tuns in der Kirche vor Augen gestellt. Eine gemeinsam geteilte Vision ergreift die Menschen und gibt ihnen Energie. Sie ermutigt dazu, die Initiative zu ergreifen, um gemeinsame Ziele zu erreichen. Sie ermöglicht es Prioritäten zu setzen. Die Vision soll Orientierung geben und wegweisend sein für pastorale Planungen. Sie öffnet den Horizont, damit sich Anderes (oder Neues) entwickeln kann. Die Vision soll Auskunft geben von den Sorgen, Bedürfnissen, Freuden und Hoffnungen der Menschen.

Es geht im Wesentlichen darum, gemeinsam mit möglichst vielen den Weg zu entdecken, den Gott uns heute in unserer Kirchengemeinde führen will. Und wir sind davon überzeugt, dass diese Vision schon verborgen da ist und dass es darum geht, sie sichtbar zu machen.

Daher laden wir Sie herzlich ein, zu unserem Visionstag zu kommen. Am 12. November treffen wir uns von 13:30-19:00 Uhr in der Seeblickhalle in Litzelstetten.

Wir wollen an diesem Nachmittag gemeinsam darüber ins Gespräch kommen, was für die Menschen hier auf dem Bodanrück wichtig ist, welche Sorgen und Sehnsüchte sie haben, was ihren Glauben prägt und wie das in einem lebendigen Gemeindeleben seinen Platz findet. Kurz formuliert geht es um die Frage: “Wie wollen wir Kirche sein hier auf dem Bodanrück?”

Eingeladen sind alle, die hier bei uns leben, also nicht nur die, die ohnehin schon in der Kirche aktiv sind, sondern gerade auch die, die vieles in der Kirche kritisch sehen, mit ihr hadern oder ihr bereits den Rücken zugekehrt haben. Unser Ziel ist es, mit möglichst vielen und unterschiedlichen Menschen ins Gespräch zu kommen.

Für das leibliche Wohl ist gesorgt. Wir sind auch dabei, eine Kinderbetreuung zu organisieren. Um den Visionstag besser planen zu können bitten wir Sie um eine Anmeldung auf unserer Webseite, per Email oder Telefon. Sie können aber auch unangemeldet kommen.

Wir freuen uns auf den Austausch mit Ihnen!

Herzlichst Ihr Pfarrer 

1. November 2021

…einfach mal „nichts“ – innehalten

Auf einem T-shirt las ich: „offline ist the new luxury“. Mal nicht rund um die Uhr erreichbar, mal nicht ständig Mails, whatsapp und instagram-feeds checken, sondern sich den Luxus gönnen offline zu sein.

Ich meine, dass der November ein solcher „offline-Monat“ ist. Die großen Feste sind vorüber, der Advent hat noch nicht begonnen. Für mich gleicht dieser dunkle Monat einem gewissen Vakuum des „Dazwischenseins“, in dem einfach mal nichts stattfinden muss. Es ist eine Zeit des Innehaltens.

Lothar Zenetti bringt es mit seinem Winterpsalm sehr passend ins Wort:
X

Es ist jetzt nicht die Zeit, um zu ernten.
Es ist jetzt auch nicht die Zeit, um zu säen.
An uns ist es, in winterlicher Zeit
uns eng um das Feuer zu scharen
und den gefrorenen Acker in Treue geduldig zu hüten.

Andere vor uns haben gesät. Andere nach uns werden ernten.
An uns ist es, in Kälte und Dunkelheit
beieinander zu bleiben und während es schneit,
unentwegt wachzuhalten die Hoffnung.
Das ist es.
Das ist uns aufgegeben
in winterlicher Zeit.

X
Lassen wir dieses Vakuum des „nichts“ in diesen dunklen Tagen zu, damit uns aus der Mitte der Nacht das Licht des neuen Tages von Freude und Hoffnung aufgehen kann.

Gerne gebe ich Ihnen den schönen Text aus der Feder der heiligen Theresa von Avila mit auf den Weg durch diesen Monat – er beschreibt jenes „nichts“, das „nada“ der mystischen Erfahrung, die den Nährboden zur Gottesbegegnung bereitet:
X

Nada te turbe
Nichts soll dich ängstigen,

nada te espante.
nichts dich erschrecken.

Quien a Dios tiene,
Wer Gott besitzt,

nada le falta.
dem kann nichts fehlen.

Sólo Dios basta.
Gott allein genügt.
X

Herzlichst Ihr Pfarrer 

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