Palmsonntag

1. August 2022

August ist Ferienzeit

August ist Ferienzeit – und die ist für viele Menschen die schönste Zeit des Jahres. Viele haben diesen Wochen und Tagen entgegengefiebert, die Schüler und Schülerinnen genauso wie die Erwachsenen. Der Urlaub ist lange vorher geplant worden. Nicht wenige haben gespart und mussten dafür manche Opfer und Entbehrungen auf sich nehmen, um sich das leisten zu können. Doch jetzt heißt es dann erst mal: den lieben Gott einen guten Mann sein lassen. Einfach unbeschwert und unbekümmert diese Zeit verbringen. Ausgelassen sein und in den Tag hineinleben. Manche Sorgen hinter sich lassen. Das Leben genießen und sich etwas gönnen, wozu man sonst nicht kommt.
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Für eine gewisse Zeit geht das. Es tut auch gut, wenn ich vieles hinter mir lassen kann. Aber wenn der Urlaub vorbei ist, dann haben mich die Sorgen und Probleme wieder eingeholt. Die unbekümmerte Stimmung ist wie weggeblasen. Was ich versucht habe zu verdrängen, ist wieder da. Muss ich für solch ein befreiendes Gefühl wieder bis zum nächsten Urlaub warten? Den lieben Gott einen guten Mann sein lassen: Das darf ich nicht nur in der Urlaubszeit, sondern jeden Tag. Allerdings keinen guten Mann, um den ich mich nicht scheren muss und der mir alles nachsieht. Sondern eher einen, der es gut mit mir meint, gerade wenn Schwieriges vor mir liegt. Den ich an mich heranlassen kann mit all dem, was mich bedrängt. Der sich um mich kümmert auch dann, wenn mich der Alltag längst wieder eingeholt hat.
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Ihnen allen wünsche ich erholsame und entspannende Ferientage. Egal, ob Sie alleine oder mit Ihrer Familie oder mit Freunden unterwegs sind: Sie können Gott einen guten Mann sein lassen. Denn er begleitet Sie nicht nur in diesen Urlaubstagen, sondern alle Tage Ihres Lebens. Er bewahre Sie vor allem Schaden und lasse Sie wieder wohlbehalten zurückkehren, damit sie dann gestärkt und voller Zuversicht in den Alltag gehen können.

Herzlichst Ihr Pfarrer 

1. November 2021

…einfach mal „nichts“ – innehalten

Auf einem T-shirt las ich: „offline ist the new luxury“. Mal nicht rund um die Uhr erreichbar, mal nicht ständig Mails, whatsapp und instagram-feeds checken, sondern sich den Luxus gönnen offline zu sein.

Ich meine, dass der November ein solcher „offline-Monat“ ist. Die großen Feste sind vorüber, der Advent hat noch nicht begonnen. Für mich gleicht dieser dunkle Monat einem gewissen Vakuum des „Dazwischenseins“, in dem einfach mal nichts stattfinden muss. Es ist eine Zeit des Innehaltens.

Lothar Zenetti bringt es mit seinem Winterpsalm sehr passend ins Wort:
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Es ist jetzt nicht die Zeit, um zu ernten.
Es ist jetzt auch nicht die Zeit, um zu säen.
An uns ist es, in winterlicher Zeit
uns eng um das Feuer zu scharen
und den gefrorenen Acker in Treue geduldig zu hüten.

Andere vor uns haben gesät. Andere nach uns werden ernten.
An uns ist es, in Kälte und Dunkelheit
beieinander zu bleiben und während es schneit,
unentwegt wachzuhalten die Hoffnung.
Das ist es.
Das ist uns aufgegeben
in winterlicher Zeit.

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Lassen wir dieses Vakuum des „nichts“ in diesen dunklen Tagen zu, damit uns aus der Mitte der Nacht das Licht des neuen Tages von Freude und Hoffnung aufgehen kann.

Gerne gebe ich Ihnen den schönen Text aus der Feder der heiligen Theresa von Avila mit auf den Weg durch diesen Monat – er beschreibt jenes „nichts“, das „nada“ der mystischen Erfahrung, die den Nährboden zur Gottesbegegnung bereitet:
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Nada te turbe
Nichts soll dich ängstigen,

nada te espante.
nichts dich erschrecken.

Quien a Dios tiene,
Wer Gott besitzt,

nada le falta.
dem kann nichts fehlen.

Sólo Dios basta.
Gott allein genügt.
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Herzlichst Ihr Pfarrer 

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