Palmsonntag

21. Juli 2021

Sommer, Sonne, laue Abende, dolce vita,
Freibad, Eis, chillen, Urlaub…

Etwas zeitversetzt beginnen in den verschiedenen Bundesländern jetzt endlich die Sommerferien auch bei uns! Alles, was mir spontan dazu einfällt, habe ich in die Überschrift gesetzt. Wenn wir nun die Bibel nach den genannten Begriffen durchforsten, finden wir keinesfalls Worte wie „dolce vita, Freibad und chillen“. Auch lässt sich für Urlaub und „laue Abende“ nichts finden.
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Den Sommer finden wir öfter in der Heiligen Schrift, nämlich beispielsweise erfahren wir, dass der Sommer nahe ist, wenn die Zweige des Feigenbaums saftig werden und Blätter treiben. So sieht’s bei uns aus – der Sommer ist da.
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Sehr oft ist die Sonne beschrieben, beispielsweise heißt es im Markusevangelium: „Am Abend, als die Sonne untergegangen war, brachte man alle Kranken und Besessenen zu Jesus.“ (Mk 1,32) ALLE werden gebracht. Ich stelle mir bildlich vor, wie Jesus alle Hände voll zu tun hat, er kommt kaum zur Ruhe. Und so lesen wir nur ein paar Verse weiter: „In aller Frühe, als es noch dunkel war, stand er auf und ging an einen einsamen Ort, um zu beten.“ (Mk 1,35) Wie sein Vater, der am siebten Schöpfungstag ausruht, braucht auch Jesus Phasen und Zeiten der Erholung. Wir als seine Geschwister kennen das – manchmal ist es einfach genug, es reicht, wir kommen an Grenzen. Dann, genau dann ist es Zeit für Sommer, Sonne, laue Abende, dolce vita, Freibad, Eis, chillen, Urlaub …
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Allerdings gilt auch hier die Kardinalstugend des Maßhaltens. Übermäßiger Eiskonsum, Chillen usw. sollte nicht zur „Fauleritis“ ausarten und die lauen Abende nicht am nächsten Morgen enden. Alles mit Maß, soviel, dass es eben genug und nicht zu viel ist.
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Bei vielen Menschen müssen die Urlaube von Jahr zu Jahr ausgedehnter, die Ziele weiter entfernt und die Kultur der Urlaubsländer exotischer werden. Man hat zwar vor Ort nichts verstanden, sich möglicherweise „den Magen verrenkt“, aber Hauptsache man war da …
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Schneller, höher, weiter, exotischer – kränkelnd, müde und überfordert kehrt der gestresste Urlauber nach Hause zurück. Erholung sieht anders aus – die hat meines Erachtens zuallererst mit Vergnügen zu tun.
Wenn wir wollen, können wir mit dieser Art der Freizeitgestaltung eine gesamte Lebenstheologie entwerfen: Die Theologie des Vergnügens.
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Vergnügen ist nämlich das, was mir zur Genüge ist, was ausreicht, um zufrieden und glücklich zu sein. Für mich muss es nicht die Fernreise, das Essen beim Sternekoch oder die Übernachtung im Wellnesshotel sein – das kann es zwar auch mal sein, muss es aber nicht.
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Ich selbst breche gerne mal mit dem Fahrrad oder mit dem Wohnwagen auf. Bereits beim Packen ist es wichtig, nicht zu viel Ballast mitzunehmen – eben das, was genügt.
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Die Theologie des Vergnügens. Vielleicht nehmen wir diesen Gedanken mit in die Sommerpause. „Froh zu sein bedarf es wenig, doch wer froh ist, ist ein König.“ Tatsächlich ist es genug und es bereitet Vergnügen, einfach zur Ruhe zu kommen, innezuhalten, das Leben zu genießen – ohne Anstrengung, ohne Ballast, ohne große Vorbereitung.
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Gleichzeitig wächst damit das Gottvertrauen: Ich muss nicht alles planen, er wird schon seine schützende Hand über mich halten und mir so viele Sonnenstrahlen schenken, die ich zum Vergnügen brauche. Ich wünsche Ihnen einen vergnüglichen Sommer, erholsame Urlaubstage oder -wochen und das Vertrauen, dass Gott uns führt.

Herzlichst Ihr Pfarrer 

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